XMU-Betrieb ohne Blindfahrt: Stör- und Notfallkonzepte für Sicherheit und Risikominimierung

DAtum

BEMU im trechnology Design im Depot bei einem Austausch der Bordnetzbatterie

Batterieelektrische Triebfahrzeuge (BEMUs) und Wasserstofftriebzüge (HEMUs) haben sich als zentrale Technologien für einen lokal emissionsfreien SPNV etabliert. Unter dem gemeinsamen Oberbegriff Zero-Emission Multiple Units (XMUs) ermöglichen sie den Betrieb auf Strecken ohne durchgehende Elektrifizierung und ersetzen dort zunehmend die Dieseltraktion. Beide Technologien gelten damit als wesentliche Bausteine der Transformation hin zu einem emissionsfreien Schienenverkehr.

Während BEMUs ihre Energie aus der Oberleitung oder aus Ladeeinrichtungen beziehen, wird bei HEMUs Wasserstoff in einer Brennstoffzelle oder einem Wasserstoffverbrennungsmotor zur Stromerzeugung genutzt. Beide speichern ihre Energie in Traktionsbatterien. Daraus ergeben sich vergleichbare technische und organisatorische Anforderungen – insbesondere im sicheren Umgang mit hohen Energiemengen und der Vorbereitung auf Stör- und Notfallszenarien.

Traktionsbatterien haben eine hohe Energiedichte und werden durch eine Vielzahl von Brems- und Beschleunigungsvorgängen stark beansprucht. Im Regelbetrieb ist dieses System sicher beherrschbar. Kritisch sind mögliche Störszenarien wie thermische Ereignisse, Beschädigungen nach Kollisionen, Kurzschlüsse oder Überhitzung. Diese können im ungünstigsten Fall zu Personen- und Sachschäden führen. Für Betreiber bedeutet dies neben der Gefährdung von Fahrgästen und Personal auch das Risiko von Fahrzeugverlusten, Strecken- und Instandhaltungseinschränkungen sowie steigenden Versicherungs- und Wiederherstellungskosten.

Bei HEMUs kommt hinzu, dass neben den Risiken der Traktionsbatterien auch die Eigenschaften des hochentzündlichen Wasserstoffs berücksichtigt werden müssen. Damit tragen HEMUs beide Energierisiken gleichzeitig – die der Batterien und die des Energieträgers Wasserstoff. Im Stör- oder Notfall ist daher ein kontrolliertes und abgestimmtes Vorgehen entscheidend, um die Risiken beider Quellen wirksam zu begrenzen.

Trechnology-BEMU mit Batteriemodul
BEMU der trechnology GmbH mit Batteriemodul

Viele EVUs stehen vor denselben Fragen

Wie reagieren wir im Ereignisfall richtig? Welche Prozesse müssen geschult sein? Welche Maßnahmen greifen wann? Und wie stellen wir sicher, dass Werkstätten, Leitstellen, Feuerwehr und Rettungskräfte abgestimmt handeln?

Ein auf die neue Antriebstechnologie angepasstes Stör- und Notfallkonzept beantwortet diese Fragen systematisch. Es definiert klare Abläufe für unterschiedliche Störungslagen, legt Verantwortlichkeiten fest und stellt sicher, dass alle Beteiligten im Ereignisfall schnell, abgestimmt und zielgerichtet handeln können. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern senkt auch Folgekosten. Ein frühzeitig kontrollierter Schaden ist ein geringerer Schaden.

Unser Ansatz verbindet technische, betriebliche und sicherheitsrelevante Perspektiven. Gemeinsam mit Peter O. Grenz unterstützen wir Sie bei der Erstellung von Stör- und Notfallkonzepten
für den Betrieb alternativ angetrieber Fahrzeugflotten im SPNV. In einer Zusammenarbeit mit dem TÜV SÜD Rail als unabhängiger Dritter werden diese entwicklungsbegleitend geprüft und im Ergebnis fachkompetent begutachtet. Dabei berücksichtigen wir Fahrzeugtechnik, Infrastruktur, Werkstattprozesse, Einsatzabläufe und regionale Gegebenheiten. Dadurch, dass das Konzept letzten Endes nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag funktioniert, machen wir den SPNV sicherer und effizienter.

Wenn Sie den Betrieb alternativ angetriebener Fahrzeuge planen oder bereits erste Erfahrungen im Einsatz sammeln. Sprechen Sie uns frühzeitig an.

Ein durchdachtes Stör- und Notfallkonzept schützt Menschen, Assets und Budgets.